Was ist Bioenergetik

Der Begründer der Bioenergetik ist der Arzt und Psychotherapeut Alexander Lowen. “Ich bin mein Körper” - das ist der Ansatz in der Bioenergetik. Grundannahme ist, dass es Zusammenhänge zwischen der äußeren Haltung und der inneren Einstellung eines Menschen gibt. Bei seelisch gesunden Menschen fließt die Energie ungehindert durch den Körper und drückt sich in freien Bewegungen und Gefühlen aus. Dieser Energiefluss kann aber durch Blockierungen (wie Muskelverspannungen oder falsches Atmen) in bestimmten Bereichen des Körpers reduziert sein. Der Zusammenhang lässt sich so erklären:
Alles Lebendige, jedes Gefühl drückt sich zunächst in Bewegung aus. Ein kleines Kind freut sich noch mit seinem ganzen Körper! Es wirft die Arme in die Luft, hüpft und strahlt mit seinem ganzen Gesicht. Seine Gefühle sind noch unverhüllt aus Mimik, Haltung und Bewegung abzulesen. Im Laufe seiner Entwicklung lernt es jedoch, sich zusammenzunehmen und seine Gefühle weniger deutlich zu zeigen. Bestimmte Impulse werden durch Anhalten oder Abflachen des Atems unterdrückt, die Muskulatur wird angespannt. Auf Dauer führt dieses Verhalten zu Muskelverspannungen und falscher Atemtechnik.
So entwickelt jeder Mensch im Laufe seines Lebens seinen ganz speziellen “Charakterpanzer” in Form der typischen Verspannungen im Halswirbelbereich, in der Kiefermuskulatur, in der Atembewegungen, im Schulterbereich und in der Beckenmuskulatur. Atmen, Fühlen, Bewegen - die Entkrampfung dieser drei lebenswichtigen Funktionen ist das Ziel. Gearbeitet wird in einer Gruppe. Durch Dehnungs- und Lockerungsübungen werden Verkrampfungen bewusst gemacht und schrittweise gelöst. Zu jeder Art von “Charakterpanzer” gibt es auch spezielle Übungen.
Die Körperarbeit hat immer die Gesamtpersönlichkeit des Menschen im Auge - die innere und die äußere Haltung. 
Geeignet ist die Bioenergetik für Menschen, die sich seelisch belastet fühlen, jedoch auch für alle, die Interesse an sich selbst haben, verbunden mit dem Wunsch, sich weiterzuentwickeln. Es werden körperliche Übungen praktiziert, die nichts mit “sportlicher Leistung” zu tun haben, sondern mit Atmung, Bewegung und Ausdruck. Denn Menschen, die sich bewegen, sind frischer, lebendiger, kreativer und kräftiger.