Mein persönlicher Zugang

„Wie ist es möglich, dass der Mensch sich selbst so konsequent den biologischen Ast absägt, auf dem er wuchs und in dem er so unverrückbar verwurzelt ist.“, meint Wilhelm Reich, der Vorreiter der Körperpsychotherapie. 
Diese Frage stellte auch ich mir zu Beginn meiner Psychotherapieausbildung. Denn die meisten Psychotherapien sind gesprächsorientiert, so auch die Gestalttherapie. Während der Ausbildung saßen wir auf Matratzen und redeten. Unsere Aufmerksamkeit lenkten wir zwar auf Gefühle und körperliche Empfindungen, es wurde also mit, aber nicht direkt am Körper gearbeitet. Aus diesem Grund entschied ich mich, parallel dazu auch körperzentrierte Behandlungsmethoden zu erlernen.

In der Bioenergetik erfolgte der Zugang zur Seele über Körperübungen. Wir verbrachten während der Ausbildung viel Zeit im Freien, spürten die Sonne, den Wind, den Regen, erlebten die Energie des Körpers in Verbindung mit der Natur und lernten ihre Weisheit in unsere Erkenntnisse mit einzubeziehen. Durch das sogenannte „Körperlesen“ wurde der Körper mit einem kritisch diagnostischen Blick beurteilt.

Erst durch die Sensitive Gestalt Massage (S.G.M.) lernte ich eine Methode kennen, in der auf liebevolle und wertschätzende Weise mit dem Körper Freundschaft geschlossen wird. Genuss und Freude standen hier im Vordergrund, ganz nach dem Motto „It´s just for pleasure“, wie Margret Elke, die Begründerin der S.G.M., es ausdrückte. Über die Steigerung des eigenen Wohlbefindens und des positiveren Bezugs zum eigenen Körper hinaus wollte ich allerdings die Heilkraft der Hände nützen, um durch bewusst eingesetzte Berührungen die leibliche Dimension des Menschseins in den Therapieprozess mit einbeziehen zu können. Dafür musste ich den engen Rahmen der Sensitiven Gestalt Massage mit ihren festgelegten Berührungsarten und Griffabfolgen lockern und erweitern. Denn je mehr wir den körperlichen Prozessen, Emotionen und inneren Bildern Raum geben, desto mehr können wir Vertrauen in die dem Körper innewohnende Heilkraft entwickeln.

Dadurch kann sich auch ein Zugang zur spirituellen Dimension von seelischen und somatischen Erkrankungen eröffnen. Denn die Seele in einem transpersonalen Sinn ist größer, weiter und offener als unsere Person. Diese Einsichten gewann ich durch das Holotrope Atmen bei Sylvester Walch, der die transpersonale Psychotherapie im deutschen Sprachraum maßgeblich geprägt hat. Durch schnelles und vertieftes Atmen in Kombination mit Musik aus unterschiedlichen Kulturen und prozessorientierter Körperarbeit, wird einerseits blockierte Körperenergie wieder in Fluss gebracht und andererseits der Zugang zu tiefliegenden Aspekten unserer Seele eröffnet, die über die gewohnte Sichtweise hinausführt. Sylvester Walch kenne ich nun schon seit fast 20 Jahren. War ich zuerst Ausbildungskandidatin, arbeite ich mittlerweile seit 12 Jahren als Assistentin, Mitarbeiterin und Trainerin eng mit ihm zusammen.

Meine zwei Hauptanliegen sind einerseits, den Zugang zum Menschen über den Körper stärker in die Psychotherapie zu integrieren und andererseits den körperorientierten Ansatz um die psychotherapeutische Dimension zu erweitern. Dem Körper Gutes tun, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen – darum geht es in der von mir entwickelten Integrativen Gestalt Massage. Die darauf aufbauende IGM Körpertherapie verbindet gestalttherapeutische Arbeit und körpertherapeutische Methoden mit den Berührungsarten der Integrativen Gestalt Massage. IGM-Körpertherapeut(inn)en arbeiten somit direkt mit dem Organismus als essenzielle Verkörperung des mentalen, emotionalen und spirituellen Lebens, um über den Körper die Seele zu berühren.