Therapeutische Grundhaltungen
IGM-Körpertherapeut(inn)en arbeiten direkt mit dem Leib als essentielle Verkörperung des mentalen, emotionalen, sozialen und spirituellen Lebens. In der Begleitung entscheiden sie immer wieder, welche inneren Resonanzen sie dem Klienten oder der Klientin zur Verfügung stellen. Diese Resonanzen kommen aus der Erfahrung, dem Fachwissen, der persönlichen Reaktion, aber auch aus dem transpersonalen Raum. Das eigene innere Sensorium unterstützt dabei zu erkennen, was bedeutsam ist. Die Intervention ist daher intuitiv und zugleich geplant. Man bleibt aber auch immer korrigierbar. Häufig sind Öffnungen auch mit Widerstand verbunden. Dieser will Sicherheit schaffen, will verhindern, dass es erneut zu Schwierigkeiten kommen kann. Deshalb arbeiten IGM Körpertherapeut(inn)en entlang des Widerstandes: zuerst werden Rahmenbedingungen geschaffen, die das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen entstehen lassen. Dann erst kann der Klient oder die Klientin nach und nach das ängstigende emotionale Material zulassen. Klient(inn)en werden ermutigt, selbstregulierende Lebensfunktionen (Prozesse) zuzulassen, um „intelligent mit den inneren Heilkräften des Klienten zu kooperieren“, wie Stan Grof, Begründer des Holotropen Atmens, es nennt. Körperinterventionen sind viel direkter und intimer als sprachliche, da der Körperkontakt Austauschprozesse auf Ebenen beschleunigt, die der Sprache oft nicht zugänglich sind. Wenn etwa der Rücken berührt wird, macht es einen Unterschied, ob der Vater dort hingeschlagen hat oder ob die Oma einen liebevoll umarmt hat. Bei direkter Berührung können auch Prozesse in Gang gesetzt werden, in denen der Therapeut oder die Therapeutin als Figur aus der Vergangenheit erlebt wird. Das erfordert ein sehr bewusstes Umgehen mit Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomenen, da der Therapeut oder die Therapeutin als reale, körperlich erfahrbare Person für den Klienten oder die Klientin mehr in den Vordergrund tritt.